Folgen
Folge 1
Karl Renner - Vater zweier Republiken
09. April 2016 · 48 Min.
Es gibt keinen Politiker, der so eng mit der Identität Österreichs verbunden ist wie Karl Renner. Gleich zweimal innerhalb von 33 Jahren war der Sozialdemokrat, der schließlich von 1945 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 Bundespräsident war, Geburtshelfer eines neuen Staates – der Ersten und der Zweiten Republik.
Folge 2
Theodor Körner - Der rote General
09. April 2016 · 47 Min.
Theodor Körner nimmt als erster direkt vom Volk gewählter Bundespräsident einen ganz besonderen Platz in der österreichischen Zeitgeschichte ein. Der ehemalige General war eine imposante Erscheinung: Zeitzeugen beschreiben ihn als charismatischen Mann mit natürlicher Autorität, gepaart mit tiefer Menschlichkeit, die ihm Zeit seines Lebens immer ein Ohr für den "kleinen Mann" offen hielt.
Folge 3
Adolf Schärf- Ein Hofrat zwischen Ost und West
16. April 2016 · 48 Min.
Er war der am längsten amtierende Vizekanzler der Zweiten Republik, stand dabei aber stets im Schatten der Bundeskanzler Leopold Figl und Julius Raab. Als Bundespräsidenten sind seine Vorgänger Karl Renner und Theodor Körner in Erinnerung geblieben. Dabei war Adolf Schärf nicht zuletzt der offizielle Gastgeber des Gipfeltreffens zwischen Kennedy und Chruschtschow 1961 in Wien, das Österreich nach vielen Jahren der Absenz wieder auf die Bühne der Weltpolitik zurückbrachte.
Folge 4
Franz Jonas - Vom Arbeiterbuben zum Staatsoberhaupt
16. April 2016 · 46 Min.
Franz Jonas wurde 1965, nach dem Tod seines Vorgängers Adolf Schärf, zum vierten Bundespräsidenten der Zweiten Republik gewählt und übte als erster gelernter Arbeiter und Autodidakt das Amt des Staatsoberhauptes aus. Der Sozialist der ersten Stunde war bereits nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der Monarchie politisch aktiv.
Folge 5
Rudolf Kirchschläger - Das Gewissen Österreichs
23. April 2016 · 47 Min.
Rudolf Kirchschläger war als Diplomat am Zustandekommen von Staatsvertrag und Neutralitätsgesetz beteiligt. Als Botschafter erlebte er 1968 den "Prager Frühling" hautnah mit und folgte mit der Ausstellung Tausender Visa nicht der Weisung seiner Vorgesetzten, sondern seinem Gewissen. Als Außenminister sorgte Kirchschläger nach dem Militärputsch in Chile dafür, dass Flüchtlinge in der österreichischen Botschaft in Santiago Zuflucht fanden.
Folge 6
Kurt Waldheim - Der einsame Präsident
23. April 2016 · 48 Min.
Kaum ein Bundespräsident Österreichs war so umstritten wie Kurt Waldheim. Der einstige Berufsdiplomat und Außenminister wurde, unterstützt von der ÖVP, 1986 nach einer Stichwahl mit dem SPÖ-Kandidaten Kurt Steyrer zum sechsten Bundespräsidenten der Zweiten Republik gewählt. Der Wahlkampf war überschattet vom "Fall Waldheim", der die österreichische Innenpolitik erschütterte und auch die Weltöffentlichkeit bewegte.
Folge 7
Thomas Klestil - Vermittler zwischen Tradition und Moderne
23. April 2016 · 49 Min.
Thomas Klestil vertrat zeit seines Lebens die Republik Österreich. Bereits im Jahr 1957 begann seine diplomatische Karriere, die ihn u. a. nach Paris, Washington und Los Angeles führte. 1987 kam Klestil zurück nach Wien und wurde als Generalsekretär für auswärtige Angelegenheiten ranghöchster Beamter des Außenministeriums. 1992 nominierte ihn die ÖVP als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl: Im zweiten Wahlgang wurde Klestil mit 56,9 Prozent der Stimmen als Nachfolger von Kurt Waldheim in das Amt gewählt. In seiner ersten Amtsperiode legte Thomas Klestil einen besonderen Schwerpunkt auf Auslandsreisen. So besuchte er alle EU-Mitgliedsstaaten und war wesentlich an den Vorbereitungen des EU-Beitritts Österreichs beteiligt.
Folge 8
Rudolf Sallinger - Der Macher im Hintergrund
03. September 2016 · 46 Min.
Durchziehen, organisieren, etwas weiterbringen, das waren die Lieblingswörter von Rudolf Sallinger in seinem Leben. Obwohl er, als kleiner Mann nicht wirklich wie ein großer Macher gewirkt hat, führte über lange Jahre in wirtschaftlichen Fragen in Österreich kein Weg an ihm vorbei. Er sah sich immer als Vertreter des Mittelstandes und so betrachtet er es als seine wichtigste Aufgabe für das sogenannten Mittelstandsgesetzes zu kämpfen, das vor allem die Stärkung der gewerblichen Wirtschaft zum Ziel hatte. Gewirkt hat Rudolf Sallinger fast nie auf dem großen politischen Parkett, sondern meist im Hintergrund. Legendär sein gutes Verhältnis zu seinem politischen Gegenüber von der Gewerkschaft, Anton Benya.
Folge 9
Christian Broda - Rechtsreformer-Europäer-Visionär
18. März 2017 · 48 Min.
Der am längsten amtierende Justizminister der Zweiten Republik war durch sieben Gesetzgebungsperioden hindurch Mitglied des Nationalrates und übte dieses Amt unter vier Bundeskanzlern aus. Unter Julius Raab, Alfons Gorbach und Josef Klaus, und dann von 1970 bis 1983 in der SPÖ Alleinregierung unter Bruno Kreisky. Im Laufe seiner politischen Aktivitäten hat der Justizreformer neben der Abschaffung der Todesstrafe, die Beschlussfassung einer großen Strafrechtsreform 1973 als Höhepunkte gesehen. Daneben stehen die Reformen im Bereich des Familienrechts: die volle Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, der Abbau der dramatischen Unterschiede in der Behandlung ehelicher und unehelicher Kinder und die Neuordnung des Scheidungsrechts.
Folge 10
Leopold Figl - Kanzler des Wiederaufbaus
23. September 2017 · 46 Min.
Leopold Figl (1902-1965), der erste Bundeskanzler der Zweiten Republik, Außenminister und späterer Landeshauptmann von Niederösterreich hat nach 1945 wesentlich zur Entwicklung des Österreichbewusstseins und der nationalen Identität beigetragen. Mit seinem berühmten Satz "Österreich ist frei!" nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages im Schloss Belvedere sicherte er sich den verdienten und bleibenden Platz in den österreichischen Geschichtsbüchern. Das zehnjährige Jubiläum zur Unterzeichnung des Staatsvertrages hat er nicht mehr erlebt, denn eine Woche davor, am 9. Mai 1965, starb Figl, der wie kaum ein anderer österreichischer Politiker in der öffentlichen Erinnerung bis heute präsent geblieben ist.
Folge 11
Julius Raab - Der Staatsvertragskanzler
23. September 2017 · 46 Min.
"Vor allem möchte ich dem Herrgott Dank sagen ..." - diese Worte von Kanzler Raab am 15. April 1955 bei der Heimkehr aus Moskau nach den geglückten Staatsvertragsverhandlungen mit der Sowjetunion gehören zu den zeitgeschichtlichen Eckpfeilern der Zweiten Republik. Die Bezeichung "Staatsvertragskanzler" hatte Raab auch besonders geschätzt - dennoch war diese Zeit nur der Höhepunkt eines sehr bewegten Lebens. Die Dokumentation zeichnet das Bild eines der größten Politiker des neueren Österreich im Spiegel seiner Zeitgenossen nach und zeigt Raab als großen Staatsmann, Privatperson und nicht zuletzt als "Baumeister der Republik".
Folge 12
Alfons Gorbach - Der Versöhnungskanzler
23. September 2017 · 46 Min.
Der Steirer Alfons Gorbach prägte die 60er Jahre als Bundeskanzler einer Zeit des Aufschwungs. Zwischen 1938 und 1945 war er als politischer Gefangener im KZ Dachau und Flossenbürg interniert, da sein politisches Engagement dem nationalsozialistischen Regime ein Dorn im Auge war. Seiner Karriere als Bundeskanzler ging eine siebenjährige Tätigkeit als dritter Nationalratspräsident voraus, bevor er Julius Raab auf die Regierungsbank folgte. Er war der Bundeskanzler der Großen Koalition und für sein gutmütiges und kompromissbereites Naturell bekannt. Aufgrund ÖVP-interner Machtspiele musste Gorbach den Regierungssessel an Josef Klaus abgeben und konnte 1964 sein Amt in Würde ablegen. 1965 unterlag er Franz Jonas bei der Wahl zum Bundespräsidenten und zog sich als einfacher Abgeordneter in den Nationalrat zurück.
Folge 13
Bruno Kreisky - Ein Leben für die Sozialdemokratie
30. September 2017 · 44 Min.
Das Leben von Bruno Kreisky (1911-1990) repräsentiert die politische Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert. Schon in den 1920er Jahren ist er politisch aktiv und engagiert sich in der Jugendbewegung der österreichischen Sozialdemokratie. Seine politische Karriere im Nachkriegsösterreich beginnt 1951 als Berater von Bundespräsident Körner. Er nimmt als Staatssekretär bei den abschließenden Verhandlungen zum Staatsvertrag teil und wird unter Kanzler Raab in der Koalitionsregierung Außenminister. In den Jahren der ÖVP-Alleinregierung unter Josef Klaus wird er Parteivorsitzender der SPÖ, erneuert das Parteiprogramm und wird nach vorgezogenen Neuwahlen 1971 Bundeskanzler mit absoluter Mehrheit, nachdem er ein Jahr zuvor bereits eine Minderheitsregierung gegründet hatte. Die folgenden 12 Jahre Alleinregierung - auch die "Ära Kreisky" genannt - sind geprägt von einer Vielfalt sozialer Reformen, die das gesellschaftliche Leben in Österreich grundlegend ändern.
Folge 14
Fred Sinowatz - Der unterschätzte Kanzler
30. September 2017 · 46 Min.
Tief mit dem Burgenland verwurzelt und dort schon politisch aktiv, wechselt der SPÖ-Politiker Alfred Sinowatz (1929-2008) in den 1970er Jahren in den Nationalrat. Nach zwölf Jahren als Abgeordneter und Bundesminister für Unterricht und Kunst wird er 1983 zum Bundeskanzler ernannt. Er beerbt Bruno Kreisky, dem er zuvor schon als Vizekanzler zur Seite stand und leitet die SPÖ fünf Jahre lang als Bundesparteivorsitzender. Seine Tätigkeit als Unterrichtsminister ist von zahlreichen schulpolitischen Reformen geprägt. Mit dem Ziel, das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land zu verringern, führt er unter anderem die gratis Schulbücher, die Schülerfreifahrt und die Schul- und Heimbeihilfe ein. Seine Kanzlerzeit war auch geprägt von der Besetzung der Hainburger Au, die 1984 mit dem von ihm initiierten Weihnachtsfrieden endet. Seine Karriere als Bundeskanzler beendete der Burgenland-Kroate mit dem Rücktritt nach der Wahl Kurt Waldheims zum Präsidenten und der Waldheim-Affäre.
Folge 15
Josef Klaus - Der konservative Reformer
30. September 2017 · 47 Min.
Der ehemalige Bundeskanzler, ÖVP-Obmann, Finanzminister und Salzburger Landeshauptmann Josef Klaus (1910-2001) regiert Österreich sechs Jahre lang. Als "Reformer" angetreten, versucht der gebürtige Kärntner eine "Politik der Sachlichkeit". Seine Regierung startet ambitionierte Reformen, die Österreich aus der Versteinerung des Nachkriegs-Proporz befreien sollten. Josef Klaus setzte erste Schritte für den Beitritt Österreichs zur damaligen EWG, sanierte den Staatshaushalt und ermöglichte das Rundfunkgesetz, mit dem der ORF neu errichtet wurde. Als Regierungschef sammelte Klaus junge Talente in seinem Kabinett, die später über Jahrzehnte Politik und Wirtschaft Österreichs mitgestalten sollten: Thomas Klestil, Alois Mock, Josef Taus und Leo Wallner. Im März 1970 verliert der ÖVP-Bundeskanzler, der von 1966 bis 1970 alleine regiert hatte, die absolute Mehrheit gegen den SPÖ-Spitzenkandidaten Bruno Kreisky. Klaus tritt zurück und äußert sich nie mehr zu politischen Fragen.